Tag zwei begann so, wie man sich einen Urlaubstag wünscht: geweckt von der Sonne, nicht vom Wecker. Zum Frühstück gab es für alle erstmal Müsli.
Danach ging es mit dem Auto ins knapp 15 Kilometer entfernte Kötschach, denn dort hatten – anders als am Vortag – die Supermärkte auch sonntags geöffnet. Zum Glück, denn nach dem Feiertagsschock vom Vortag wollten wir diesmal nichts dem Zufall überlassen. Entsprechend zügig waren wir für die nächsten Tage eingedeckt.
Zurück im Ferienhaus hieß es dann schnell verstauen, denn für den Nachmittag war schlechtes Wetter angesagt und wir wollten unbedingt noch nach Heiligenblut. Und tatsächlich: Kaum auf der Fahrt dorthin, fing es an zu regnen.


Heiligenblut selbst ist einen Umweg wert – das kleine Bergdorf liegt direkt am Fuß des Großglockners und ist der klassische Ausgangspunkt für die Großglockner-Hochalpenstraße. Bekannt ist der Ort vor allem für seine spätgotische Pfarrkirche St. Vinzenz, die mit dem Großglockner im Hintergrund zu einem der meistfotografierten Postkartenmotive Österreichs gehört. Ihren Namen verdankt Heiligenblut einer alten Legende: Der Sage nach kam der dänische Prinz Briccius im 10. Jahrhundert bei einem Schneesturm in den Bergen ums Leben – bei sich trug er ein Fläschchen mit dem Blut Christi. An der Stelle, wo man ihn fand, sollen drei Weizenähren aus dem Schnee gewachsen sein. Genau dort steht heute die Kirche, und die Blutreliquie wird dort bis heute aufbewahrt.


Als wir ankamen, hatte der Regen zum Glück wieder eine Pause eingelegt. Unser Plan: an der Bergbahn die Kärnten Card besorgen. Die Karte lohnt sich für alle, die im Urlaub viel unternehmen wollen – sie gibt freien Eintritt zu über 100 Ausflugszielen in Kärnten, von Bergbahnen über Schifffahrten bis zu Museen, und das beliebig oft während der Gültigkeit.
Leider gab es die Karte nur im Touristenbüro, und das hatte schon geschlossen. Der Online-Kauf war uns dann in dem Moment zu umständlich, und da es auch schon wieder anfing zu tröpfeln, haben wir kurzerhand umgeplant: Café statt Bergbahn, Eis statt Kärnten Card. Kein schlechter Tausch.
Zurück im Haus hat dann jeder erstmal sein eigenes Ding gemacht – Sandra und Finn sind zum Beispiel in die Sauna verschwunden, während sich das Wetter draußen weiter verschlechterte. Später haben wir gemeinsam gekocht: Frikadellen mit Kartoffelbrei und Karotten. Den Abend haben wir bei einem gemütlichen Spieleabend ausklingen lassen – der erste richtige Urlaubstag im Rückblick.