2026-06-03 Tag 12: Tour de la Massane

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Heute stand ein persönlicher Wunsch von mir auf dem Programm: die Wanderung vom Château Valmy zur Tour de la Massane. Nach einem kräftigen Frühstück ging es mit dem Auto zum Startpunkt, dem Château Valmy bei Argelès-sur-Mer – einem eleganten Herrenhaus im Jugendstil, das Ende des 19. Jahrhunderts für einen Perpignaniser Industriellen erbaut wurde. Der Parkplatz dort ist kostenlos, was bei einer solchen Wanderung angenehm auffällt.

Der Weg ist mit gelbem Markierungen gut ausgeschildert und schlängelt sich von dort aus durch das Naturschutzgebiet Forêt de la Massane hinauf. Der Aufstieg ist durchaus fordernd – rund 800 Höhenmeter auf etwa 6 Kilometern – und beginnt gleich von der ersten Minute an mit einer ordentlichen Steigung. Der Pfad wechselt zwischen schattigem Waldpfad und offener Garrigue, unterbrochen von einzelnen Dolmen und alten Steinmauern, die diese Landschaft prägen. Auf dem Weg nach oben öffnet sich der Blick immer wieder zur Côte Vermeille: Argelès-sur-Mer, Collioure und das tiefblaue Mittelmeer liegen unter einem – wir mussten immer wieder kurz stehen bleiben, um diese fantastischen Ausblicke zu genießen.

Amelie ließ uns wissen, dass sie von der Wanderung wenig begeistert war. Das hat sie uns auch durchgehend zu verstehen gegeben. Der Ausblick vom Gipfel hat sie dann – so die offizielle Version – zumindest vorübergehend versöhnt.

Die Tour de la Massane selbst ist ein beeindruckender mittelalterlicher Rundturm auf 793 Metern Höhe, errichtet Ende des 13. Jahrhunderts im Auftrag von König Jakob II. von Mallorca. Sie war Teil eines ganzen Netzwerks von Signaltürmen, die mit Rauchzeichen kommunizierten – von hier aus waren die Signale bis zur Tour Madeloc und der Tour de Batère sichtbar. Der berühmte Kartograph Cassini nutzte den Turm 1701 sogar als geodätischen Fixpunkt für seine Meridiankarte. Vom Wehrgang aus öffnet sich ein 360-Grad-Panorama auf die Roussillon-Ebene, die Côte Vermeille von Collioure bis Leucate und im Dunst den mächtigen Mont Canigou. Der Aufstieg hat sich mehr als gelohnt.

Den Rückweg nahmen wir auf gleichem Weg zurück. Am Nachmittag war noch für einige Energie für ein paar Runden Tennis – und ein Sprung ins Meer war ebenfalls noch drin. Den Abend ließen wir gemütlich auf unserer eigenen Terrasse ausklingen. Nach einem solchen Tag darf das auch mal sein.