Gestern sind wir bereits nachmittags direkt nach der Arbeit mit den Zillys zusammen in Kolonne in den Bregenzerwald gefahren. In unserem gemeinsamen letzten Winterurlaub in Mellau haben wir den Bergbauer Johannes kennengelernt. Der zieht jeden Sommer mit den Rindern und Kühen der Bauern aus dem Tal auf die mittlere Gräsalpe und später auf die Hochalpe. Im Januar haben wir Johannes versprochen ihn diesen Sommer auf der Alpe zu besuchen. Gesagt, getan.
Da in Schoppernau schon alles ausgebucht war, haben wir unsere Ferienwohnung für das Wochenende in Schröcken gebucht. Und die Ferienwohnung war fantastisch: Sehr geräumig und sehr modern.
Der Morgen weckte uns mit traumhaftem Wetter. Nach einem leckeren Frühstück sind wir zu dem Wanderparkplatz an der Landstraße zwischen Schoppernau und Schröcken vor dem letzten Tunnel vor Schoppernau gefahren. Von hier ging unsere ca. 2 stündige Wanderung auf die Gräsalpe los. Natürlich hatten wir Johannes vorher Bescheid gegeben und ausgemacht, dass wir so gegen 14 Uhr bei ihm sein werden.
Zunächst schlängelte sich ein ziemlich steiler Schotterweg durch den Wald den Berg hinauf. Ein kleiner Wasserfall am Wegesrand war unser erstes Highlight.
Nach den steilsten Passagen führte der Weg aus dem Wald hinaus und wir konnten die tolle Bergwelt im Bregenzerwald bestaunen und bewundern. Kurzzeitig wurden wir und vor allem Sandra von ein paar Bremsen belästigt aber schon bald wanderten wir auf einem schönen Weg über durch die Bergwiesen.
Nach ca. 1 1/2 Stunden und eine Stunde zu früh sahen wir auch schon die Gräsalpe in den Wiesen liegen und voller Vorfreude liefen die vier Kinder voraus. Bei der Gräsalpe trafen wir dann aber nur die zwei Kinder von Johannes und die sagten uns, dass ihr Vater noch ober auf der Hochalpe war.
Das war für uns aber kein Problem und so liefen wir noch über die Kuhweide den Berg hinauf zu ein paar Steinen auf denen wir dann unser Picknick genossen.
Nach dem leckeren Picknick haben die Kinder etwas die Umgebung erkundet und dabei einen Teil der Kühe auf einer Weide hinter einer kleinen Bergkuppe gefunden, auf der auch Johannes Pferde grasten. Irgendwann kurz nach 14 Uhr haben wir endlich Johannes gesehen, wie er mit seinem kleinen Gelände-Vierradler den Berg hinunter zur Gräsalpe kam.
An der Alpe haben wir uns alle getroffen. Es war wirklich schön Johannes wiederzusehen. Die Kinder sind erstmal in den kleinen Stall gegangen, in dem ein kleines Kälbchen war. Danach haben wir uns hinter das Haus auf eine Bank gesetzt. Johannes, seine zwei Kinder und ein Helfer, haben nach der Arbeit oben auf der Hochalpen zu Mittag gegessen, bevor sie sich zu uns gesetzt haben.
Während wir einen Kaffee mit frischer, leckerer Milch vom Morgen bekommen hatten, haben die Kinder zusammen mit den Söhnen von Johannes Spiele auf der Alpe gespielt, z.B. „Stiefel umwerfen“, eine Art Verstecken. Für die Kinder war die Alpe und die Umgebung ein wahres Paradies und alle hatten viel Spaß.
Bei dem gemeinsamen Kaffee haben wir erfahren, dass Johannes Frau vor ein paar Tagen erst einen wichtigen Abschluss an der Universität gemacht hatte und erst in den nächsten Tagen auf die Alpe kommen wird. Außerdem hat uns Johannes so viel Spannendes über das Leben auf der Alpe erzählt. So haben wir auch erfahren, dass er mit der ganzen Familie in den nächsten Tagen, je nach Wetter, mit allen 345 Rindern, den zwei Milchkühen und den drei Pferden auf die Hochalpe zieht. Dort ist es dann noch einsamer, da auf die Hochalpe kein Schotterweg führt, den man mit dem Auto erreichen kann. Auf der Hochalpe ist man dann tatsächlich ganz auf sich alleine gestellt. Nachdem wir uns also ausgiebig unterhalten hatte und wir dabei so viele Details über das Leben auf der Alpe erfahren, dabei leckere Kuhmilch vom Morgen getrunken und selbstgemachten Weichkäse gegessen haben, nahte so langsam der Abschied und der Abstieg für uns.
Zum Abschied gab es dann für Jan und Finn noch ein ganz besonderes Geschenk von Johannes: Einen echten Hirtenstock. Jeden Sommer schnitzt sich Johannes sogenannte Hirtenstöcke zum besseren Laufen im hochalpinen Gelände und um den Rindern manchmal etwas nachzuhelfen, indem er sie damit sanft in die richtige Richtung schiebt. Die beiden Jungs waren richtig stolz und nur für kurze Zeit durften Mila und Amelie auch mal den Stock tragen.
Der Abstieg führte uns an der Ziegenweide von Johannes vorbei und immer weiter den selben Weg vom Aufstieg wieder hinab. Die Kinder sind in ihrem Tempo vorausgeeilt und unten an der Landstraße haben wir uns dann alle wieder getroffen.
Den Abend haben wir in unserer Ferienwohnung verbracht. Einige sind in die kleine Saunakabine gegangen, andere haben gekocht und wieder andere haben einfach die Aussicht aus dem Fenster genossen.
Das Essen war hervorragend. Ein Tag voller einmaliger Erlebnisse geht für uns zu Ende und wir gehen alle glücklich und zufrieden ins Bett.









































