Heute war ein Ausflugstag mit etwas weiterem Radius. Für die Farkes und Zillys war heute der perfekte Surftag: Der Wind am Étang de Bages stand richtig, und die beiden haben die Gelegenheit genutzt und sich dort mit Maude und Harry getroffen. Für uns ging es derweil ins Landesinnere.


Erster geplanter Halt war das Château d’Arques – ein gut erhaltener mittelalterlicher Wehrturm aus dem 13. Jahrhundert im Herzen des Katharer-Lands. Leider war er an diesem Tag geschlossen, sodass es direkt weiterging zum nächsten Ziel: Rennes-le-Château.
Das kleine Bergdorf hoch über der Aude-Ebene ist eines der geheimnisvollsten Orte der Region – und das ist durchaus wörtlich gemeint. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte der schlichte Dorfpfarrer Abbé Bérenger Saunière zu unerklärlichem Reichtum und ließ davon unter anderem die Tour Magdala erbauen, einen neugotischen Bibliotheksturm am Rand der Klippe. Woher das Geld stammte, ist bis heute ungeklärt – Schatzfunde, Schwarzmarkt mit Messen, Erpressung des Vatikans: die Theorien sind zahlreich und keineswegs langweilig. Vom Wehrgang der Tour Magdala aus hat man einen beeindruckenden Panoramablick auf die Haute Vallée de l’Aude, und wir nutzten die Zeit, um uns das Domaine de l’Abbé Saunière mit der Villa Béthanie, den terrassierten Gärten und dem kleinen Museum anzuschauen.


Danach ging es weiter nach Limoux. Wegen Sonntag war in der Innenstadt wenig los, was der Stadt aber gut steht: Man hat die Gassen und Plätze fast für sich. Das Herzstück ist der Pont Neuf, eine sechsbogige Steinbrücke über die Aude, deren Geschichte bis ins Jahr 1329 zurückreicht – König Philipp V. ließ damals 200 Livres für ihren Bau bereitstellen. Im Hintergrund erhebt sich die Église Saint-Martin, deren Ursprünge ins 12. Jahrhundert zurückgehen und die seit 1948 als Monument historique eingetragen ist. Das Zusammenspiel von alter Brücke, Fluss und Kirche ergibt ein klassisch südfranzösisches Bild, das man gerne länger betrachtet.


Den Abschluss machten wir auf dem Marktplatz: ein Eis, ein Café, ein Chocolat chaud – und die Sonne dazu. Viel besser hätte man einen Sonntagnachmittag kaum verbringen können. Den Abend ließen wir wie gewohnt gemütlich auf dem Campingplatz mit unseren Freunden ausklingen.