2025-09-07 Tag 11: Bonifacio

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Nach dem Strandtag gestern, wollten wir heute noch einmal einen Ausflug nach Bonifacio an die Südspitze Kosikas unternehmen. Natürlich schauen wir auch immer, dass Lisa und Hanna gut versorgt sind. Die konnten aber heute bei ihren Großeltern bleiben. Also ging es für uns heute ca. 70 km an die südlichste Spitze von Korsika. Den Weg an einigen schönen Buchten vorbei bis nach Porto-Vecchio kannten wir ja schon. In Bonifacio konnten wir uns Auto auf einem Parkplatz mit E-Ladesäule direkt am Hafen parken.

Bonifacio ist in die Ober- und Unterstadt unterteilt. Fast die gesamte Altstadt von Bonifacio trohnt auf einem ca. 60-80 m hohen Kalkplateau, das vom Meer unterspült wird. Der Hafen liegt geschützt am Ende der Unterstadt in einem kleinen Fjord.

Als erstes haben wir uns bei einem der Bootstourenanbietern Tickets für eine 50 minütige Bootstour gekauft, um die beeindruckende Altstadt vom Meer aus zu bestaunen. Die Tickets waren schnell gekauft und zur Überbrückung bis zur Abfahrt sind wir durch die Unterstadt und schon mal zur alten Festungsanlage auf das Plateau gelaufen, wo die Altstadt und die Oberstadt beginnt. Hier konnten wir schon einen ersten Blick auf die Kalksteinfelsen werfen, die diesen Küstenabschnitt prägen. von dem Aussichtspunkt an der Festung konnten wir auch einen Blick auf Sardinien werfen.

Danach ging es zum Anleger unserer Bootstour. Zuerst sind wir durch den Fjord nach Westen abgebogen. Hier konnten wir kleine Höhlen mit kristallklarem grünlichen Wasser bestaunen. Das Boot fuhr uns auch in malerische Buchten zwischen den Kalksteinfelsen, in denen sich so einige Touristen mit ihren Booten tummelten, um in den Buchten zu baden.

Und dann sind wir zurück zum Eingang des Fjord und weiter nach Osten gefahren, wo wir atemberaubende Blicke auf die Altstadt auf Kalksteinfelsen werfen konnten. Die vorderen Häuser stehen dabei so nahe am Abgrund, dass einem beim bloßen Anblick ein Schauer über den Rücken läuft. Auch sagenumwobene Escaliers du Roi d’Aragon (Treppe des Königs von Aragon) konnte wir deutlich in dem Felsen bestaunen. Diese 187 Stufen hatte früher der König von Aragon in den Felsen schlagen lassen, um die Stadt zu erobern.

Nach diesen wirklich einmaligen Blicken auf Bonifacio auf den Felsen sind wir langsam wieder in den Hafen zurückgefahren. Diese Bootstour hatte sich wirklich gelohnt. Nach einer kleinen Stärkung in einen der vielen kleinen Bars und Restaurants im Hafen, sind wir wieder den steilen Weg hinauf zur Oberstadt mit der mächtigen Festungsanlage gelaufen.

Durch das Tor in der Festungsanlage gelangt man in die Altstadt. Hier sind wir durch die schmalen Gassen langsam in Richtung Escaliers du Roi d’Aragon gelaufen. Immer wieder konnten wir am Rand der Stadt und somit am Abgrund der Felsen toll über das Meer und die Küste blicken.

Um die Escaliers du Roi d’Aragon runterlaufen zu können, mussten wir natürlich erstmal bezahlen und uns dann Helme aufziehen, da akute Anstoßgefahr bestand. Von der Treppe konnten wir immer wieder super über das Meer schauen. Als wir unten waren, konnten wir noch einen kleinen Weg weiterlaufen, der in den Felsen geschlagen war.

Runter ging es ja noch ziemlich leicht. Dann hieß es aber bei der Hitze die 187 Stufen wieder hochzulaufen. Auch das haben wir natürlich geschafft. Nach diesem sportlichen aber doch sehr schönem Erlebnis sind wir wieder durch die Altstadt vorbei an der Kathedrale Sainte-Marie-Majeure gelaufen, die das älteste Bauwerk der Stadt darstellt. An der Kathedrale befindet sich auch eine riesengroße Wasserzisterne, die für die Trinkwasserversorgung der Oberstadt genutzt wird. Das von den umliegenden Hausdächern abgeleitete Regenwasser wird dort gesammelt und weitergeleitet.

Damit ging für uns ein toller Ausflug langsam zu Ende. Zurück am Campingplatz sind wir direkt in das Restaurant der Anlage gegangen, da wir keine Lust mehr hatten uns selber etwas zu kochen.

Den Abend haben wir dann zusammen mit Eva, den Kindern und den Eltern von Eva am Strand verbracht und haben dort die Mondfinsternis bewundert. Leider gibt es aus dem Krankenhaus keine guten Neuigkeiten. Olli liegt immer noch im Koma, was uns alle sehr betroffen und traurig macht. Aber Olli ist transportfähig und kann nach Karlsruhe mit einem Spezialflugzeug mit Intensivstation voraussichtlich noch in dieser Woche ausgeflogen werden. Auch Eva und die Kinder werden dann mit dem Flugzeug zurückfliegen. Wir haben angeboten, dass wir das Auto zurückfahren könnten, wenn es auf die selbe Fähre umgebucht werden kann. Wir drücken die Daumen, dass das alles klappt und verlieren nicht unsere Hoffnung.