Sandra hatte leider keine gute Nacht. Irgendwo hat sie sich offensichtlich einen Infekt eingefangen und musste morgens brechen und hatte Fieber. So ein Mist und das auch noch im Skiurlaub. Nach diesen ersten schlechten Nachrichten am Tag, mussten wir uns nur zu Dritt für die Piste fertig machen.
Nach einem kleinen Frühstück und nachdem wir uns von Mama verabschiedet hatten, saßen wir auch schon bald im Sessellift zum Berg hinauf. Wie gestern gondelten wir wieder recht zügig in Richtung Flaine, da dort die Pisten leerer und besser waren. Die Kinder fuhren wieder super und wir machten kaum Pausen auf der Piste. Beide fahren sehr sicher die Abfahrten hinunter. Um die Kinder im Falle eines Sturzes aufzusammeln, bin ich immer hinterher gefahren.


Das Wetter war wieder herrlich und wir konnten oben auf den Bergen wieder die tollen Ausblicke auf das Grand Massif und das Mont Blanc Massif genießen. Aber die Kinder und ich wollten fahren, fahren, fahren und das taten wir auch. Wir waren schon ca. vier Stunden auf den Pisten und wollten noch eine Abfahrt fahren, bevor wir uns auf einer Hütte eine Portion Pommes gönnen wollten. Also sind wir noch einmal von Flaine aus auf den Berg gefahren und haben uns eine schöne Abfahrt ausgesucht als das Unglück geschah.


Finn blieb in einem steileren Abschnitt in einem der vielen aufgehäuften Skihaufen mit einem Ski hängen und stürzte so blöd, dass sich sein Knie böse verdrehte. Er hat sofort signalisiert, dass er nicht weiterfahren konnte. Also habe ich erstmal die Unfallstelle gesichert und kurz das Knie untersucht. Der erste Check war erstmal beruhigend, da er das Knie bewegen konnte und sich auch alles gut angefühlt hat. Mit meiner Unterstützung konnten wir an den Pistenrand gehen, wo wir Finn sich ausruhen konnte. Aber die Schmerzen waren so groß, dass ich schließlich die Pistenrettung rufen musste. Eine eigenständiges Abfahren war nicht mehr möglich.

Kurze Zeit später kam dann auch ein Pistenretter mit einer Trage auf Kufen. Der Pistenretter hieß Nico und hat sich sehr gut um Finn gekümmert. Das Knie wurde stabilisiert und gemeinsam haben wir Finn auf die Trage gelegt und befestigt bevor es dann gesichert bergab ging. Amelie und ich sind Nico bis zur Talstation der Pistenrettung hinterhergefahren. Bei der Pistenrettung wurden dann die Personalien aufgenommen und ich musste natürlich die Rettung bezahlen. Das Geld bekommen wir natürlich von unserer Versicherung zurück.


Nach einer kurzen Wartezeit ging es dann mit einem Krankentransportwagen zum nahegelegenen Arzt im Ort. Hier wurde Finns Knie geröntgt und weiter untersucht. Zum Glück sind keine Knochen gebrochen und keine Bänder gerissen. Durch das Verdrehen sind allerdings die Innenbänder am Knie stark überdehnt, was sehr schmerzhaft ist. Finn hat dann eine Bandage zur Stabilisierung bekommen, die er nun mindestens 10 Tage tragen muss und die ihm beim Gehen unterstützt.
Trotz des Infekts – Sandra hatte heute Nachmittag 39,8 Grad Fieber – hat Sandra sich eine Ibu eingeschmissen und sich eine Stunde ins Auto gesetzt, um uns in Flaine abzuholen. Nach dieser riesigen Aufregung sind wir aber alle gut wieder in Morillon angekommen. Zum Abendessen hat sich Finn Flammkuchen gewünscht, was es dann selbstverständlich auch gab. Sandra war ziemlich k.o. und der Infekt immer noch da. Deshalb hat sie sich direkt wieder ins Bett gelegt.
Finn hatte letztendlich ja Glück im Unglück, aber so viel Pech mit Krankheit und Verletzung in einem Urlaub hatte wir tatsächlich noch nie. Naja, von jetzt an kann es ja nur noch besser werden. Wir drücken alle die Daumen.