2024-05-28 Tag 11: Château d’Opoul und Périllos

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Nach unserem täglichen grandiosem Frühstück auf der Terrasse und einem kurzen Spaziergang am Strand, stand heute unsere erste kleiner Wanderung auf dem Programm. Das Wetter war super auch wenn es sehr windig war. Den Wind wollten die Surfer natürlich nutzen, so dass wir gegen Mittag alleine zu einem Wanderparkplatz ca. 300 m unterhalb des Château d’Opoul aufgebrochen sind, denn heute wollten wir zu dem Geisterdorf Périllos wandern.

Vom Parkplatz aus ging der Weg zunächst kurz und knackig auf einem kleinen Pfad hinauf zu den Ruinen des Château d’Opoul. Von den Ruinen konnten wir einen fantastischen Blick auf das Dorf Opoul-Périllos an seinem Fuss, den Étang de Leucate am Mittelmeer werfen, auf dem die Kinder der Surferfamilien heute surfen waren, und auf den Canigou in den Pyrenäen genießen. Die Einsamkeit in den Ruinen nutzen wir für ein kleines Picknick.

Nach der leckeren Stärkung mussten wir zunächst nordöstlich von der kleinen Hochebene des Châteaus absteigen. Danach hatten wir etwas Schwierigkeiten den richtigen Weg zu finden, da es keine Wegweiser gab. Nach kurzem Hin-und-Her haben wir aber dann den korrekten Weg gefunden, der uns in ein kleines Tal mit den Ruinen des Cortal de la Murtra führte. Von diesen Ruinen mussten wir dann noch einmal etwas steiler hinauf zum Serrat de la Murtra, wo wir dann auch zum Geisterdorf Périllos gelangten.

Im Gegensatz zur Hochsaison im Sommer, wo so viele Touristen durch das Dorf flanieren, dass eine Schenke geöffnet ist, konnten wir ganz alleine durch das verlassen Dorf herumgeistern.

Eine lange Reihe von Katastrophen führte zum Niedergang dieses Dorfes. Die Reblaus vernichtete die wenigen Weinstöcke, die Jahrhunderte lang für ein karges Auskommen gesorgt hatten. Die Kindersterblichkeit stieg. Der Erste Weltkrieg holte die Männer aus dem Dorf, in dem 1916 das letzte Kind geboren wurde. Als sie nicht mehr zurückkehrten, die Frauen Witwen wurden, kehrten sie dem Dorf den Rücken und gingen ins zehn Kilometer entfernte Opoul. Dort war das Leben schon damals einfacher, das Klima freundlicher, das Auskommen besser.

Von Périllos aus führte uns dann die alte Stichstraße, die wir teilweise etwas über kleine Wanderpfade abkürzen konnten, in ein Tal hinab. Auf einer kleinen Straße und kleinen Wanderpfaden kämpften wir uns dann noch einmal zum Col de la Sabina hinauf, von wo aus wir auch wieder den Tafelberg mit den Ruinen des Château d’Opoul und im Hintergrund den Canigou erblicken konnten.

Jetzt waren es nur noch wenige leichte Schritte bergab am Tafelberg vorbei zu unserem Parkplatz. Einen tolle Wanderung ging damit für uns zu Ende.

Zum Abendessen kamen heute alle Familien zum traditionellen Crevettes-Essen zu uns. Während die Kinder sich Crêpes zubereiteten, machten sich die Eltern an das Crevette-Pulen. Die geschälten Crevette werden dann einfach in Olivenöl mit Zwiebeln und Knoblauch gebraten gut gewürzt und mit Weißwein abgelöscht. Dazu gab es Baguettes und einen Salat. Einfach lecker!

Damit geht ein weiterer toller Tag zu Ende. Morgen wartet bei tollem Wetter ein Strandtag auf uns.