Heute war einer der wirklich wenigen Tage im Urlaub, an denen der Wecker klingelte, denn wir wollten heute nach Roskilde fahren. Die Fahrt dauert ungefähr eine Stunde und da wollten wir nicht all zu spät loskommen. Deshalb ging es nach dem Frühstück schneller als sonst. Nachdem wir den Proviant für unterwegs eingepackt hatten, saßen wir auch schon im Auto. Es sollte heute zu den alten Königinnen und Königen Dänemarks und den Wikingern gehen – eine kleine Zeitreise also.


Zuerst konnten wir unser Auto ganz in der Nähe vom berühmten Dom, der Roskilde Domkirke abstellen. Der Dom von Roskilde ist die bedeutendste Kirche Dänemarks. Unter reich verzierten Gewölben und in dunklen Krypten offenbaren sich 1000 Jahre dänische Geschichte. Anhand der Grabstätten von insgesamt 40 Königinnen und Königen lässt sich die gesamte dänische Königsgeschichte an einem einzigen Ort erfahren. Unter den im Dom Beigesetzten befinden sich Königin Margrethe I., die vor 600 Jahren in der Kalmarer Union Dänemark, Schweden und Norwegen zusammenschloss sowie König Frederik IX., der Vater der heutigen Königin Margrethe II. Die Grabstätte der heutigen Königin Margrethe II. ist bereits fertig und im Dom aufgestellt, wird aber noch für die öffentlichen Augen verdeckt gehalten. Schließlich ist Margrethe II. auch schon bereits 83 Jahre alt.


Irgendwie ist die Kirche mit den vielen Gräbern und Särgen faszinierend aber auch ein wenig komisch. Man läuft in einer Kirche zwischen so vielen Toten umher, deren Särge und Grabstätten pompös errichtet sind. Nach dieser wirklich beeindruckenden ersten Zeitreise sind wir noch ein wenig durch die niedliche Einkaufszone von Roskilde beginnend am Rathaus geschlendert.


Für die zweite Zeitreise am heutigen Tag ging es an den Hafen von Roskilde am Roskilde Fjord zu dem Wikinger Museum. Besser gesagt zu dem Wikingerschiffsmuseum. Denn hier im Roskilde Fjord wurden 1962 fünf Wikingerschiffe ausgegraben, die aus dem Jahr 1070 n. Chr. stammen. Die ausgegrabenen Schiffe wurden damals von den Wikingern zum Schutz und zur Kontrolle der Hauptfahrrine des Fjordes vor feindlichen Angriffen versenkt. Roskilde selbst war danach nur noch über eine tiefe, mäandernde Nebenfahrrinne zu erreichen, die eine gute Ortskenntnis voraussetzte. Im Fall eines Angriffs über See hätte dies einen Angreifer viel Zeit und vor allem das Überraschungsmoment gekostet.


Das 1969 speziell für die fünf geborgenen Schiffe errichtete Wikingerschiffsmuseum liegt direkt am Roskilde-Fjord und ist auch ein Paradies für Kinder. Vor der extra für die fünf ausgegrabenen Schiffe errichtete Halle, können Kinder alte Wikingerspiele wie z.B. Thor-Hammer-Werfen ausprobieren und in Zelten zeigen Angestellte des Museums wie die Wikinger früher Werkzeuge hergestellt haben.


Außerdem baut das Museum die Wikingerschiffe nach und zwar mit denselben Werkzeugen und nach dem selben Verfahren wie es die Wikinger früher gemacht haben. Auf diesen nachgebauten Schiffen, die in einem kleinen Hafen des Museum stehen, kann man auch eine kleine Ausfahrt auf den Fjord unternehmen. Neben den richtigen Werkstätten, in denen man die Tischler dabei beobachten kann, wie sie die Schiffe nachbauen, können die Kinder auch selber an eine Werkbank und sich selber ein kleines Wikingerschiff bauen. Das hatte sich Finn natürlich nicht zweimal sagen lassen. Amelie wollte lieber die Tischler in den Werkstätten beobachten.


Nach diesen wirklich faszinierenden Eindrücken der Wikinger, sind wir wieder in unserer heutigen Zeit zurück zum Ferienhaus gefahren, wo wir uns nach einer kleinen Partie Volleyball in der Sauna entspannt haben. Nach dem Abendessen wurde natürlich wieder gezockt.