Der Wecker klingelte heute seit langem mal wieder, da wir zeitig in Richtung Kopenhagen aufbrechen wollten. Nach einem kurzen Frühstück saßen wir auch schon im Auto mit dem Ziel Park & Ride Parkplatz in Birkerød. Mit etwas Glück fanden wir hier noch einen der letzten Parkplätze, und das auch nur, weil vor unserer Nase ein Auto gerade fortfuhr.
Am Fahrscheinautomaten hatten wir schnell zwei 24 Stundentickets für Sandra und mich gekauft, bei denen die Kinder jeweils kostenlos mitfahren durften. Die S-Bahnen fahren hier alle 10 Minuten und so mussten wir auch nur kurz warten bis wir in der Bahn nach Kopenhagen saßen. Dadurch konnten wir gemütlich mitten ins Zentrum fahren, ohne lange nach einem wahrscheinlich teurem Parkplatz zu suchen. Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten.
Der Hauptbahnhof hat eine lustige Architektur mit einer roten Stahlkonstruktion und ist auffallend sauber. Und von hier sollte nun unsere Kopenhagen-Entdeckungstour losgehen. Das Wetter war zwar noch etwas bedeckt, aber das sollte sich gegen Nachmittag noch bessern.
Läuft man aus dem Bahnhof raus, stolpert man quasi direkt vor den Tivoli. Das ist ein großer Vergnügungspark mit allerlei Fahrgeschäften. Der zog uns allerdings nicht weiter an, weswegen wir als erstes zum Rathausplatz gelaufen sind zum Københavns Rådhus. Der Rathausplatz ist ein großzügiger Platz mit einem Brunnen. Das Hauptgebäude ist natürlich das alte Rathaus – Københavns Rådhus, ein mächtiges Bauwerk mit einem der für Kopenhagen typischen grünen Türmchen. Auf der nordöstlichen Seite erstreckt sich das Einkaufzentrum der Stadt. Hier stehen auch teilweise alte Gebäude mit markanten Türmchen, in denen sich teilweise Hotels und Läden befinden. Auf der gegenüberliegenden südwestlichen Seite des Platzes steht ein großes, modernes neues Einkaufscenter in Form eines Glaskomplexes. Alte Bauweise trifft hier auf dem Platz auf die neue Moderne.


Weiter ging es für uns nun Richtung Nordosten in das Zentrum der Stadt. Das nächste Ziel war der Rundetårn – der runde Turm mitten im Stadtzentrum. Auf dem Weg dorthin sind wir noch gemütlich durch ein paar Souvenirshops geschlendert. Der Rundetårn ist heute eine bekannte Touristenattraktion, Observatorium, Ausstellungsort, und sein Dach ein vielbesuchter Aussichtspunkt, von dem man einen tollen Ausblick rund um die Altstadt und auf Kopenhagen hat. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Das Besondere an dem Turm ist, dass er abgesehen von den letzten Metern vom Aussichtsbereich zum Observatorium, nicht über Treppen, sondern über eine spiralförmige Rampe bestiegen wird, die sich um die Turmmitte windet. Die letzten Meter zum Dach zur Aussichtsplattform, mussten wir dann doch noch ein paar Treppen laufen, bevor wir einen fantastischen Blick auf Kopenhagen genießen konnten. Auch unser nächstes Ziel, das Schloss Rosenborg, konnten wir schon von hier oben gut sehen.


Der Weg zum Schloss Rosenborg führte uns durch den toll angelegten und gut besuchten königlichen Garten – Kongens Have. Die großzügigen Rasenflächen werden hier auch von vielen Kopenhagenern genutzt, um etwas abzuschalten oder mit den Kindern zu spielen. Am Rande des Gartens liegt das Schloss Rosenborg. Bis 1710 wurde das Schloss als königliche Residenz genutzt. Heute ist es ein Museum, in dem unter anderem die Kronjuwelen ausgestellt sind. Wir hatten heute aber keine Lust auf das Museum und sind nur so durch den anliegenden Schlossgarten gelaufen. Mittlerweile wurde das Wetter auch immer besser, was viele Leute nutzen, um sich auf den Wiesen in die Sonne zu legen.


An das Schloss angrenzend befindet sich eine Kaserne der königlichen Leibgarde. Vom Schloss aus konnten wir bei ein paar Übungen der Kadetten zuschauen.
Vom Schloss Rosenborg war es nicht weit bis zu unserem nächsten Ziel – Nyhaven, neuer Hafen. Die Kinder wurden auch langsam etwas unruhig und daher wollten wir im Nyhaven auch ein Eis essen, um etwas auszuruhen. Immerhin waren wir auch schon ein ganzes Stückchen gelaufen.


Der Nyhaven ist mittlerweile eine bekannte Sehenswürdigkeit von Kopenhagen. Das Hafenmilieu brachte auch schon zu alten Seemanszeiten zahlreiche Tavernen hervor und die Gegend ist bis heute mit ihren vielen Restaurants, Bierstuben und Tanzlokalen eines der bekanntesten Vergnügungsviertel in Kopenhagen. Die niedlichen farbenfrohen Giebelhäuser und die Museumsschiffe auf dem Kanal erinnern noch an die Zeit als Handelshafen. Auf jeden Fall ist Nyhaven heute ein absoluter Touristenmagnet und das merkt man dann auch an den saftigen Preisen. Ein Eis mit zwei Kugeln: 10 €; ein Latte Macchiato: 8 €, ein Bier 0,5l: 10 €; 10 Churros: 10 €. Geschmeckt hat uns aber dennoch und die Stärkung tat uns allen, besonders den Kindern, richtig gut.


Unser nächstes Ziel Schloss Amalienborg lag direkt um die Ecke. Schloss Amalienborg ist die Kopenhagener Stadtresidenz der dänischen Königin Margrethe II. Das Schlossensemble wird durch vier einzelne Palais um einen achteckigen Platz gebildet. In sichtnähe von diesem achteckigen Platz befindet sich die Frederiks Kirke – Frederikskirche mit ihrer monumentalen Kuppel, die wir uns auch noch schnell angeschaut haben. Die Kirche beeindruckt durch ihre tollen Deckengemälde.
Langsam aber sicher wurden unsere Beine vom vielen Laufen müde und so beschlossen wir gemütlich am Wasser des Kopenhagener Hafens zurück Richtung Bahnhof zu laufen. Dort kamen wir zuerst an der berühmten Fahrrad-Fußgänger-Brücke vorbei. Von der hatten wir einen schönen Blick auf das gegenüberliegende moderne Opernhaus. Gemütlich ging es für uns nun am südwestlichen Kai entlang. Immer wieder konnten wir beobachten wie die Kopenhagener das schöne Wetter an den schön angelegten Wasserstegen nutzen.


Die letzten Sehenswürdigkeiten auf dem Weg zum Bahnhof waren die alte Börse, die allerdings zur Hälfte mit Baugerüsten eingepackt war, und das Schloss Christiansborg. Das Schloss Christiansborg beherbergt die Spitzen der drei Staatsgewalten und ist weltweit der einzige Repräsentationsbau, der die höchsten Vertreter von Exekutive, Legislative und Judikative unter einem Dach vereint. Das Schloss ist grob gesagt in zwei Hälften geteilt. Die südliche Hälfte wird vom dänischen Parlament genutzt, die nördliche Hälfte ist dem Königshaus, dem Obersten Gericht und der Kanzlei des Premierministers vorbehalten. Unsere Aufnahmefähigkeit war allerdings nicht mehr besonders groß und besonders Finn war durch das viele Laufen ganz schön k.o.


Deshalb haben wir uns hier auch nichts mehr groß weiter angeschaut sondern sind mit vielen tollen Eindrücken von Kopenhagen mit dem Zug zurück nach Birkerød zu unserem Auto gefahren. Zur Belohnung für den heutigen Ausflug und den langen Stadtmarsch durch Kopenhagen sind wir nach Gilleleje gefahren und haben dort in einem Fischrestaurant direkt am Hafen unser Abendessen bei herrlicher Abendsonne genossen.


Ein toller aber auch anstrengender Tag geht damit zu Ende. Kopenhagen hat uns wirklich super gefallen und wird uns garantiert mal wieder sehen.