2022-06-09 Tag 06: Pyrenäen, Ille-sur-Tête und Villefranche-de-Conflent

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Heute Morgen musste der Poolbesuch für die Kinder ausfallen, da ein Tagessausflug in die Pyrenäen zusammen mit den Zillys auf dem Programm stand. Dafür haben wir uns auch den Wecker gestellt, da wir pünktlich losfahren wollten. Nach einem schnellen aber leckeren Frühstück saßen wir auch alle in den Autos Richtung Ille-sur-Tête. Hier wollten wir uns die „Felsnadeln“ aus Tonerde und Sandstein angucken – Les Orgues. Auf dem Weg sahen wir den majestätischen und mystischen Mont Canigou immer im Hintergrund. Diesen letzten großen Berg der Pyrenäen vor dem Mittelmeer ist der markante Berg und schon von den Stränden bei Perpignan immer präsent. Vom Ort Ille-sur-Tête mussten wir nur noch eine kleine Straße hin zum Parkplatz von der Parkverwaltung der „Les Orgues“ fahren. Hier mussten wir auch den Eintritt zahlen, um zu Fuß zu den „Les Orgues“ zu dürfen.

Vom Parkplatz führte uns ein kleiner Wanderweg zunächst durch ein Bachbett hin zu den beeindruckenden Felsnadeln. Bei der Parkverwaltung haben wir eine kleine Broschüre bekommen, die uns immer wieder tolle Informationen über die Gegend, die Vegetation und das Leben der Menschen hier gab. An verschiedenen Markierungen haben wir immer gemeinsam die Informationen vorgelesen. Die Gegend ist hier sehr, sehr trocken. Aber in regelmäßigen Abständen kommt es hier zu sehr heftigen und zerstörerischen Überschwemmungen. Das prägt auch die Landschaft hier.

Durch die Trockenheit und den besonderen Untergrund, wachsen hier besondere Pfirsiche, die wir uns bei einem Bauer am Wegesrand auch gekauft haben. Sie waren auf jeden Fall sehr lecker. Und dann kamen wir zu dem nochmal geschützten Parkbereich der „Les Orgues“, wo wir auch noch mal unsere Eintrittskarten vorzeigen mussten.

Die Felsnadeln aus der Tonerde und dem Sandstein ragten auf einmal vor uns auf. Wunderschöne Felsformationen standen auf einmal vor uns und man fühlte sich von der Anordnung teilweise an ein Amphitheater erinnert, weshalb auch ein Platz im Park hier so hieß. Ein wenig erinnern diese Felsnadeln an den Bryce Canyon in den USA – nur in einem kleineren Maßstab aber genauso faszinierend.

Nachdem sich das Meer vor 5 Millionen Jahren durch die Verschiebung der tektonischen Platten an der Meerenge von Gibraltar zurückzog, gruben Flüsse Canyons und Schluchten. Der Fluß, die Tête, füllte das Tal hier an dieser Stelle u.a. mit Tonerde und Sand aus den Pyrenäen. Wassererosionen und Wind arbeiteten hier auch heute noch und formen und gestalten diese Felsformationen.

In diesem Parkbereich konnte man auf den vorgegebenen Wegen nun beliebig rumlaufen und die vielen Formationen bestaunen. Das war wirklich etwas sehr Besonderes. Auch ein kleines Mittagspicknick konnten wir hier in dieser eindrucksvollen Landschaft und Umgebung genießen.

Nach diesen fantastischen Eindrücken, mussten wir den selben kleinen Wanderweg durch das ausgetrocknete Bachbett wieder zurück zum Parkplatz laufen. Da es heute sehr windig bis stürmisch war wollte ich den für den zweiten Programmpunkt ausgeguckten Wanderweg durch einen Wald an den Flanken des Mont Canigou hinauf zu einem Kloster heute nicht machen. Das wäre durch möglich herabfallende Äste zu gefährlich gewesen. Außerdem hatten die Kinder eh keine Lust mehr so viel zu laufen. Also entschieden wir uns in das mittelalterliche Villefranche-de-Conflent zu fahren. Diese im 11 Jahrhundert gegründete Festungsstadt gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und wir hofften, dass die alten Gassen genug Schatten bei der Hitze hier bieten würden.

Nach ca. 30 Minuten Fahrzeit konnten wir unsere Autos direkt vor den alten Stadtmauern parken, vor denen der Fluss die Tête entlangfließt.

Die alte Stadtmauer umgibt heute immer noch vollständig den kleinen Ort und ist sehr gut erhalten. Auf der Brück über die Tête konnten wir eine Jungendgruppe beobachten, die in der Tête gebadet hat. Der Ort selber ist sehr klein und wir sind die zwei niedlichen Hauptgassen rauf und runter gelaufen.

In den Gassen reiht sich natürlich ein Tourigeschäft nach dem anderen, so wie es in jeder anderen mittelalterlichen Stadt auch sein könnte, weswegen ein wenig die Individualität des Ortes verloren geht. Auf dem alten Marktplatz haben wir uns ein Eis zur Stärkung gegönnt.

Zum Abschluss des Tages wollten wir noch eine Grotte in Fußwegweite besichtigen, was bei dem ein oder anderen zu etwas Unmut führte, da ein Teil gerne noch in Perpignan shoppen gehen wollte, wie beides aber zeitlich nicht mehr hinbekommen konnten. Leider hatte die Grotte aber auch zu, so dass wir uns doch auf den Heimweg zurück zum Campingplatz gemacht haben.

Das Abendessen haben wir dann zu Viert auf unserer Terrasse genossen und dabei alle Reste verarbeitet, denn Übermorgen geht es für uns ja bereits weiter nach Gonfaron. Nach dem Essen sind Finn und Jan wieder auf den Fußballplatz gegangen, um da mit ihrer Campingplatzgang zu spielen. Amelie und Mila sind auch noch etwas auf dem Campingplatz rumgelaufen, während wir Erwachsenen wieder gemeinsam auf Terrasse den Abend ausklingen lassen konnten.