Der Wecker klingelte Sandra und mich heute bereits um 6:15 Uhr aus dem Bett. Heute erwartete uns die geführte Klettersteigtour auf die Alpspitze, dem Wahrzeichen von Garmisch-Partenkirchen. Die Kinder wollten unbedingt mit uns mit aufstehen und um 6:50 Uhr waren Oma und Opa da, um mit den Kindern zu frühstücken und den Tag zu verbringen. Um kurz nach 7 Uhr saßen wir dann im Auto auf dem Weg unserem Treffpunkt an der Talstation der Alpspitzbahn, wo wir um 7:45 Uhr unsere Verabredung mit unseren Bergführerinnen (Moni und Johanna) und der insgesamt 9 köpfigen Gruppe hatten. Nachdem alle ihre Tickets gekauft hatten, ging es mit der ersten Gondel hinauf zur Bergstation der Alpspitzbahn.
An der Bergstation wurde uns dann das Klettersteigset, samt Klettergurt und Helm übergeben. Nach einer kurzen Einführung zum Klettersteigset durften wir dann alle das gesamte Set anlegen und los ging die Wanderung.
Von der Bergstation wanderten wir zunächst in südliche Richtung fast auf einer Höhe auf die Nordflanke der Alpspitze zu. Nach gut 15 Minuten gabelte sich der Weg – geradeaus zu dem Nordwandsteig (unser Rückweg) und rechts ab zum Klettersteig Via Ferrata Alpspitz, den wir nahmen.
Nach wenigen Metern und einer kleinen Kletterpassage, die wir ohne Sicherung am Seil bewältigen konnten, waren wir dann beim Einstieg des Klettersteigs. Dieser beginnt mit einer ca. 5 Meter hohen markanten Klammern-Leiter. Unsere Bergführerin Moni stieg ab hier dann immer voraus und erklärte uns super, wie wir uns zu verhalten hatten. Über weitere Drahtseilsicherungen und Steigklammern im Fels erreichten wir dann einen grasigen Absatz, von wo aus wir einen ersten Blick ins Höllental und hinüber zur benachbarten Zugspitze hatten.
Das Klettern machte uns einen riesigen Spaß und war auch viel einfacher, als wir uns das vorgestellt hatten. Wahrscheinlich schießt das Adrenalin so gut durch die Adern, dass man die Ausgesetztheit des Weges gar nicht so wahr nimmt.
Über die durchgehende Drahtseilsicherung ging es nun immer weiter empor zur Alpspitze. Über einen Kamm kletterten wir dann leicht linksseitig in die Westflanke der Alpspitze bevor eine letzte längere Steigklammernreihe hoch zum Gipfelkreuz leitete.
Und dann waren wir überglücklich und stolz oben am Gipfel der Alpspitze auf 2.628 Meter. Nach einem Gruppenfoto konnten wir dann die fantastische Aussicht genießen. Von hier oben hatten wir sowohl traumhafte Blicke ins Höllental und auf die Zugspitze sowie auf die gesamte Zugspitz Region mit Garmisch-Partenkirchen, die Ammergauer Alpen, das Wettersteingebirge und die Mieminger Kette.
Nachdem alle den Ausblick genossen, Gipfelfotos geschossen und eine Brotzeit zu sich genommen hatten, machten wir uns mit der Gruppe an den Abstieg. Dieser führte uns über den Ostgrat Klettersteig, der zunächst ziemlich steil und ungesichert über ein langes loses Geröllfeld verlief. Das war sehr anstrengend, da man immer wieder auf dem Geröll ins Rutschen kam. Auf dem Ostgrat fing dann wieder eine teilweise mit Drahtseil gesicherte Passage an. Das hinunterklettern empfanden wir beide als viel anstrengender. Das lag vermutlich daran, dass wir einerseits natürlich schon Kraft beim Hochklettern gelassen hatten aber andererseits der Blick auch immer nach unten ging, was ich wenigstens im Kopf anstrengender empfand. Außerdem war der Abstieg lange nicht so durchgehend gesichert wir der Aufstieg.
Nach einer kurzen Rast nach den schwierigsten Kletterpassagen verlief der Weg zum Nordwandsteig, der relativ einfach war. Zunächst stiegen wir eine in den Fels gebaute Treppe ca. 10 -15 Meter hinunter. Danach führte der Steig flach an der Nordflanke entlang. Teilweise war der Weg so breit, dass wir uns gar nicht mit dem Klettersteigset sichern mussten. Die letzten Highlights waren dann die drei in den Fels gehauenen Stollen durch die der Steig führte. Und dann waren wir zurück an der Weggabelung vom Beginn der Tour.
Die letzten Meter zurück hinüber zur Bergstation verliefen dann auf dem selben Weg wie beim Aufstieg. An der Bergstation konnten wir dann noch die spektakulären Aussichtsplattformen „Alpspix“ begehen, die luftig oberhalb des Höllentals in den Fels gebaut sind.
Zum Abschluss sind haben wir mit der gesamten Gruppe noch oben an der Bergstation auf der Terrasse etwas getrunken und gegessen. Mittlerweile zogen auch immer mehr dunkle Wolken auf. Wir hatten das Wetter also optimal ausgenutzt.Glücklich und zufrieden sind Sandra und ich nach der Gondel-Talfahrt zurück zum Ferienhaus gefahren, wo uns die Kinder mit Oma und Opa schon freudig auf der Spielwiese erwartet hatten. Nach einer wohl verdienten Dusche sind wir alle zusammen zum Urlaubsabschluss noch in der Steirer Stub’n lecker Essen gegangen.
Morgen heißt es für uns Kofferpacken und Rückreise nach Karlsruhe, während Oma und Opa noch bis Donnerstag in Krün bleiben. Leider ist die Wettervorhersage sehr regnerisch. Wir drücken trotzdem die Daumen, dass es nicht ganz so schlimm wird.






























