2020-08-27 Tag 06: Geisterklamm

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Heute sollte es eigentlich nach dem Frühstück zum Schloss Elmau mit dem Bus gehen. Dort wollten wir eine Wanderung zum Schloss Kranzbach und hinauf zur Elmau Alm machen. Leider hat aber wegen Corona die Alm nur exkluxiv für Gäste des Schloss Elmau offen, so dass wir uns kurzerhand entschieden haben, mit den Kindern in die Leutascher Geisterklamm zu gehen. Dort sind wir zwar vor 4 Jahren schon mit den Kindern in der Kiepe durchgewandert, aber so eine Klamm ist doch auch immer wieder beeindruckend.

Also saßen wir relativ pünktlich um 10:25 Uhr im Ferienbus nach Mittenwald. Von dort ist eine kurze Strecke an der Straße entlang bis wir auf den Wanderweg zur Geisterklamm abbiegen konnten. Zum großen Unglück von Amelie hatte ich die Wanderstöcke von Sandra und mir im Auto vergessen. Die hatten wir nämlich den Kindern zum Wandern versprochen, da das gestern auf dem Ganghoferweg so gut geklappt hatte. Die Wut darüber von Amelie war dann aber doch ein wenig überzogen.

Der Wanderweg führte zunächst flach an der Leutasch entlang und an saftigen Wiesen vorbei bis zu einem ersten Blick in die Klamm. Da der richtige Weg durch die Klamm aber spektakulär oberhalb als Stahlbrückenweg in den Fels verankert verläuft, mussten wir zunächst noch ca. 200 Höhenmeter den Wanderweg durch den Wald hinauf laufen. Fast an jeder Kehre, waren Geisterschilder aufgestellt, auf denen die Geschichte oder die Sage über den Klammgeist für die Kinder beschrieben war.

Diese Sage erzählt, dass vor Urzeiten ein Gebirgswesen während der Eiszeit, alle Pflanzen aus dem Tal vor dem Eis rettete. Nach der Eiszeit hatte das Wesen die Landschaft wieder mit den Pflanzen wunderschön hergerichtet. Die Menschen, die sich dann aber nach und nach angesiedelt hatten, hatten das Wesen dann aber vertrieben. Das Wesen hatte sich fortan in der Klamm der Leutasch versteckt und trieb dort als Geist sein Unwesen. Alle Menschen, die kamen, um den Geist zu besiegen, verschwanden in den Wirbeln und Strudeln der Leutasch und wurden nie mehr gesehen. Doch irgendwann schlossen die Menschen mit dem Geist einen Pakt. Die Menschen akzeptierten den Geist und versprachen ihn in der Klamm in Ruhe zu lassen. Dafür erlaubte der Geist den Menschen die Klamm zu besuchen, wenn sie sich anständig benehmen.

Oben angekommen mussten wir zunächst über die Grenze nach Österreich laufen bis wir nach einem kleinen Marsch durch den Wald zu dem Einstieg in die Klamm kamen. Durch Corona wurde hier die Begehung als „Einbahnstraßenverkehr“ geregelt, da die in den Fels verankerte Hängebrücke sehr schmal war.

Und dieser Stahlweg war wirklich spektakulär. Ca. 40 Meter oberhalb der Leutasch verläuft dieser Weg und man hat durchgehend einen fantastischen Blick durch die Klamm.

Am Spektakulärsten ist mit Sicherheit die abschließende Hängebrücke, die in einer Höhe von 47 Metern über die Leutasch führt.

Nach der Klamm sind wir dann im Berggasthof Gletscherschliff eingekehrt sind. Zurück in Mittenwald ging es dann mit dem Bus wieder zu unserer Ferienwohnung am Barmsee. Sandra durfte noch einmal die Sauna im Hotel genießen, während ich mit den Kindern auf die große Spielwiese gegangen bin und danach das Essen gekocht habe.

Wieder einmal waren wir alle von der frischen Bergluft am Abend so k.o., dass wir alle direkt nach dem Abendessen ins Bett gefallen sind. Morgen erwarten Sandra und ich mit Spannung unsere geführte Tour auf die Alpspitze.